Kategorie: Projekttage/-woche

Unsere Projekttage und -wochen sind auf Klasse, Stufe oder Schulform abgestimmt. Ohne Lehrpersonen öffnen wir sichere Räume für Erlebtes, verdrängtes Wissen und stärken Empowerment.

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  • Workshop zu Zukunft, Gefühlen und Selbstwert

    Workshop zu Zukunft, Gefühlen und Selbstwert

    Im Rahmen eines Workshops an der Käthe-Kollwitz-Schule in Leverkusen arbeiteten wir mit den Jugendlichen in geschlechtergetrennten Gruppen. Die Schüler*innen standen kurz vor dem Abitur und damit in einer Lebensphase, die oft von Druck, Unsicherheit und Zukunftsfragen geprägt ist. Die Aufteilung sollte einen geschützten Rahmen schaffen, in dem Themen angesprochen werden konnten, für die im gemischten Setting oft weniger Offenheit vorhanden ist.

    Mit den Jungen sprachen wir über Zukunft, Gefühle, Frust und den Umgang mit innerem Druck. Gemeinsam reflektierten wir, was passieren kann, wenn belastende Gefühle unterdrückt werden, und welche Wege es gibt, mit Überforderung oder Wut umzugehen, statt sie in Aggression auszuleben. Austausch, mentale Gesundheit und alltagsnahe Strategien wie Musik, Gespräche und bewusste Selbstregulation spielten dabei eine wichtige Rolle.

    In der Gruppe der Mädchen ging es um Zukunftsfragen, um die Erfahrung, nicht ernst genommen zu werden, und um belastende Erlebnisse im Kontakt mit Jungen, älteren Brüdern oder Männern. Gemeinsam wurde reflektiert, was es braucht, um sich selbst mehr zu glauben, die eigene Wahrnehmung ernst zu nehmen und klarer für sich einzustehen.

    Zum Ende des Workshops wurden die Erfahrungen aus beiden Gruppen wieder zusammengeführt und im Klassenkontext aufgegriffen. So entstand nicht nur Raum für geschützten Austausch, sondern auch für mehr gegenseitiges Verständnis und eine bewusstere Wahrnehmung der Dynamiken innerhalb der Klasse.

    Die haben Themen angesprochen, über die sonst oft nicht gesprochen wird. Besonders wichtig war, dass auch unsere Perspektive als Mädchen Raum bekommen hat. Wir konnten ehrlich sagen, wie wir uns in der Klasse fühlen.

    — Schülerin der Käthe Kollwitz Schule

  • Empowerment und Antidiskriminierungswoche am Genoveva Gymnasium Köln

    Empowerment und Antidiskriminierungswoche am Genoveva Gymnasium Köln

    Im Rahmen einer zweitägigen Empowerment- und Antidiskriminierungswoche am Genoveva Gymnasium haben wir mit einer gesamten Jahrgangsstufe gearbeitet. Dafür wurde die Stufe in vier Gruppen aufgeteilt, sodass alle Schüler*innen im Laufe der beiden Tage an allen vier halbtägigen Workshops teilnehmen konnten. Die thematischen Schwerpunkte lagen auf Klassismus, Rassismus, Sexismus und kritischer Männlichkeit sowie mentaler Gesundheit und Empowerment.

    Ziel war es, unterschiedliche Diskriminierungsformen nicht isoliert zu betrachten, sondern die Schüler*innen für gesellschaftliche Zusammenhänge, Machtverhältnisse und die Auswirkungen von Abwertung im Alltag zu sensibilisieren. Gleichzeitig sollte Raum dafür entstehen, eigene Erfahrungen, Beobachtungen und Fragen einzubringen. Durch den Wechsel zwischen den einzelnen Themenfeldern konnten die Teilnehmenden verschiedene Perspektiven kennenlernen und ein differenzierteres Verständnis davon entwickeln, wie Diskriminierung wirkt und wie ein respektvolleres Miteinander gestärkt werden kann.

    Die Workshops verbanden Wissensvermittlung, Austausch und Reflexion. Dabei war uns wichtig, diskriminierungskritische Themen altersgerecht und lebensweltnah aufzubereiten und zugleich Ressourcen, Selbstwahrnehmung und gegenseitige Unterstützung in den Blick zu nehmen. So entstand eine Projektwoche, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Impulse für mehr Sensibilität, Verantwortung und Empowerment im schulischen Alltag gesetzt hat.

  • Besuch im Rautenstrauch-Joest-Museum

    Besuch im Rautenstrauch-Joest-Museum

    In unseren Projekttagen beziehen wir bewusst lokale Akteur*innen und Orte mit ein, um Lernen über Diskriminierung greifbarer und erfahrbarer zu machen. Ob im Stadtteil, in außerschulischen Lernorten oder in Museen – wir machen sichtbar, dass auch diese Räume nicht neutral sind. Gerade Museen tragen koloniale Muster und Machtverhältnisse in sich, die bis heute wirken. Diskriminierung mitzudenken heißt für uns deshalb, Orte kritisch zu lesen, Fragen zu stellen und gemeinsam zu reflektieren, wie Geschichte erzählt wird und wessen Perspektiven dabei fehlen oder marginalisiert werden.

    Ein konkretes Praxisbeispiel dafür ist unser Projekttag im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln. Mit Schülerinnen der 7. Klasse der Eichendorff Realschule haben wir das Museum nicht einfach als Ort der Wissensvermittlung besucht, sondern als Raum, den wir gemeinsam kritisch befragen. Dabei ging es unter anderem darum, welche Objekte gezeigt werden, wie sie beschrieben sind, aus welchen historischen Kontexten sie stammen und welche Perspektiven in der Ausstellung im Vordergrund stehen. Gemeinsam haben wir einen Blick auf die Geschichte des Sammelns und Ausstellens geworfen sowie auf die Frage, wie außereuropäische Gesellschaften dargestellt werden. So haben die Schüler*innen gelernt, Museumsräume nicht als neutrale Orte zu betrachten, sondern als Orte, in denen Macht, Geschichte und gesellschaftliche Vorstellungen mitwirken. Durch Gespräche, Beobachtungsaufgaben und gemeinsame Reflexionen sind neue Zugänge zu Fragen von Repräsentation und historischer Verantwortung entstanden.

    Besonders beeindruckend war, wie Deepower e.V. das Thema Kolonialismus niedrigschwellig vermittelt hat. Durch alltagsnahe Beispiele konnten die Jugendlichen einen direkten Bezug herstellen.

    — Mitarbeiterin der Caritas Köln für das Programm Respekt Coaches