Schlagwort: Antidiskriminierung

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  • Rassismuskritische Professionalisierung für das Jugendamt Düsseldorf

    Rassismuskritische Professionalisierung für das Jugendamt Düsseldorf

    Im Rahmen einer ganztägigen Fortbildung mit Fachkräften der offenen Kinder- und Jugendarbeit haben wir gemeinsam darüber gesprochen, welche Auswirkungen Rassismus auf Kinder und Jugendliche haben kann – emotional, sozial und in ihrem Alltag in Jugendzentren und Freizeiteinrichtungen. Dabei ging es zunächst darum, Erfahrungen sichtbar zu machen und ein gemeinsames Verständnis dafür zu entwickeln, wie rassistische Diskriminierung wirkt und welche Verantwortung pädagogische Räume tragen.

    Im Anschluss brachten die Teilnehmenden konkrete Situationen aus ihrer Praxis ein, in denen sie rassistische Aussagen oder diskriminierende Dynamiken erlebt haben. Gemeinsam haben wir diese Fälle besprochen, Perspektiven erweitert und reflektiert, welche strukturellen Bedingungen solche Situationen überhaupt ermöglichen. Besonders wertvoll war für viele der Austausch darüber, wie in solchen Momenten konkret gehandelt werden kann, z.B. im direkten Gespräch mit Jugendlichen, im Team oder auf institutioneller Ebene. So wurde deutlich, wie wichtig ein gemeinsames Verständnis von strukturellem Diskriminierungsschutz für die pädagogische Praxis ist.

  • Mädchen Empowerment AG

    Mädchen Empowerment AG

    In unserer AG Girls Club schaffen wir einen Raum, in dem Schülerinnen mit ihren Themen, Fragen und Erfahrungen ernst genommen werden. Viele Mädchen erleben im Alltag, dass sie sich anpassen, zurücknehmen oder früh Verantwortung übernehmen müssen. In der AG geht es deshalb darum, einen Ort zu öffnen, an dem sie zur Ruhe kommen, sich ausdrücken und in ihrem eigenen Tempo stärker werden können.

    Die AG verbindet Austausch, kreative Methoden und stärkende Übungen. Die Schülerinnen setzen sich mit ihrem Alltag, mit Freundschaften, Konflikten, Unsicherheiten und Zukunftsfragen auseinander. Dabei lernen sie, die eigene Wahrnehmung ernst zu nehmen, Worte für das zu finden, was sie beschäftigt, und ihre Perspektiven in die Gruppe einzubringen. Gleichzeitig erleben sie, dass auch andere ähnliche Fragen oder Erfahrungen mitbringen.
    Ein wichtiger Teil der AG ist das gemeinsame Lernen in der Gruppe. Die Mädchen werden darin unterstützt, ihre Stärken zu erkennen, ihre Meinung zu vertreten und sich gegenseitig zu bestärken. So entsteht nach und nach ein Raum, in dem Vertrauen wachsen kann und in dem Selbstbewusstsein, Verbundenheit und ein unterstützendes Miteinander gefördert werden.

    In der AG Girls Empowerment beginnen viele Stunden mit einer einfachen Frage: Wie war euer Tag? Wie geht es euch? Eine Schülerin fragte einmal, wofür das eigentlich gut sei und was sie bei einer Bewerbung sagen solle, wenn sie gefragt wird, was wir in der AG machen. 
Aus dieser Frage entstand ein gemeinsames Gespräch darüber, warum es wichtig ist, innezuhalten und die eigenen Gedanken, Gefühle und Erfahrungen wahrzunehmen und auch die der anderen zu hören. Die Schülerinnen erarbeiteten gemeinsam, wie es sich anfühlt, gehört zu werden, mit den eigenen Gefühlen ernst genommen zu werden und welche Kraft entstehen kann, wenn Vertrauen und ein echtes Gruppengefühl wachsen. So wurde aus einem einfachen Gespräch ein Raum für Selbstreflexion, gegenseitige Bestärkung und persönliche Entwicklung.

    — Bianca, AG Leitung Girls Club an der Kurt Tucholsky Schule in Neubrück

  • Struktureller Diskriminierungsschutz im Cultra

    Struktureller Diskriminierungsschutz im Cultra

    In den letzten 1,5 Jahren haben wir das Cultra (auch Studios für kulturelle Bildun) bei der Weiterentwicklung und Ergänzung ihres bestehenden Schutzkonzepts begleitet. Ziel war es, den Prozess fachlich zu strukturieren, die verantwortliche Schutzkonzeptbeauftragte in ihrer Rolle zu stärken und einen diskriminierungskritischen Blick in der Konzeptarbeit zu verankern.

    Im Rahmen regelmäßiger Jour-Fixe-Termine unterstützten wir die Weiterentwicklung einzelner Bausteine des Schutzkonzepts, brachten Struktur in den Arbeitsprozess und begleiteten zentrale Fragen der Umsetzung. Ein besonderer Fokus lag darauf, die strukturelle Verankerung des Schutzkonzepts innerhalb der Organisation zu stärken und Diskriminierungsrisiken im institutionellen Kontext mitzudenken.

    Ergänzend führten wir einen Teamworkshop durch, in dem Mitarbeitende ein gemeinsames Verständnis von strukturellem Gewaltschutz entwickelten. Dabei wurde auch reflektiert, welche Rolle Machtverhältnisse und Diskriminierungsdynamiken im Arbeitsalltag spielen können. Anhand konkreter Fallbeispiele wurde gemeinsam erarbeitet, wie Grenzverletzungen erkannt, eingeordnet und verantwortungsvoll bearbeitet werden können. Ziel war es, Verantwortlichkeiten im Team zu klären und Handlungssicherheit im Umgang mit sensiblen Situationen zu stärken.

    Bianca hat eine so einfühlsame und bedarfsorientierte Art und Weise, Inhalte zu besprechen, und eine Perspektive und Kompetenz, von der ich immer wieder wahnsinnig viel mitnehmen kann.

    — Schutzkonzeptbeauftrage im Cultra/ Studios für kulturelle Bildung in Brühl

  • Rassismuskritische Bildung in der pädagogischen Praxis

    Rassismuskritische Bildung in der pädagogischen Praxis

    In unseren Schulungen verstehen wir Rassismus als Form von Gewalt. Deshalb beschäftigen wir uns nicht nur mit den historischen Ursprüngen und aktuellen Erscheinungsformen von Rassismus, sondern auch mit seinen Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie auf deren (psychische) Gesundheit. Im Mittelpunkt steht ein ehrlicher und selbstreflektierter Zugang: Welche Bilder und Prägungen tragen wir selbst in uns? Wo wirken strukturelle Muster in unserer Gesellschaft und in unseren Einrichtungen? Wie können wir Verantwortung übernehmen, ohne in Schuldzuweisungen oder Abwehr zu geraten?

    Unsere Fortbildungen arbeiten mit unterschiedlichen Methoden, z.B. fachlichem Input, Videos, Fallbeispielen aus der Praxis, Reflexionsübungen und Austausch in Kleingruppen. Dabei wird auch die Frage nach Kindeswohl und möglicher Kindeswohlgefährdung durch rassistische Erfahrungen aufgegriffen: Wann wird Diskriminierung zu einer ernsthaften Gefährdung für Entwicklung, Selbstwert und Sicherheit? Und welche Handlungsmöglichkeiten haben pädagogische Fachkräfte?

    Ziel ist es, Teilnehmenden mehr Klarheit, Sicherheit und konkrete Werkzeuge für einen diskriminierungssensiblen, verantwortungsvollen Umgang im pädagogischen Alltag zu geben.

    Wir arbeiten seit ca. zwei Jahren mit deepower e.V. in zahlreichen Workshops und Veranstaltungen zusammen und haben den Verein als engagierten und äußerst zuverlässigen Kooperationspartner auf den Gebieten der Rassismuskritik und der Sensibilisierung hinsichtlich von Diskriminierung und Gewalt kennen gelernt. Besonders beeindruckend empfinde ich die Empathie und Professionalität der Mitarbeiter*innen. Sie empfehlen sich den unterschiedlichen Adressat*innen […] als informierte, qualifizierte und praxisnahe Gesprächspartner*innen, die m.E. in herausragender Weise zum Empowerment von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen beitragen.

    — Yvonne Rogoll, Regional- als auch Landeskoordinatorin des
    Netzwerkes Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage in NRW.

  • Deep Talk

    Deep Talk

    Deep Talk ist ein moderiertes Gesprächs- und Empowerment-Format für Jugendliche (ca. 14–18 Jahre), das einen geschützten Raum für persönliche Themen, Erfahrungen und gesellschaftliche Fragen schafft. Ein gemeinsames Essen bildet dabei bewusst den Einstieg: Es schafft eine entspannte Atmosphäre, senkt Hemmschwellen und erleichtert den Zugang zu persönlichen Gesprächen. Aus diesem Ankommen heraus entstehen ehrliche und respektvolle Dialoge über Gefühle, Identität, Diskriminierung, Zukunftsfragen und das, was Jugendliche wirklich bewegt.
    Durch Gesprächsimpulse und gemeinsame Reflexion werden Jugendliche darin unterstützt, ihre Perspektiven zu teilen, Emotionen auszudrücken, Konflikte konstruktiv zu bearbeiten und eigene Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

    Wir bieten Deep Talk sowohl geschlechtergetrennt als auch in gemischten Gruppen an.
    Das Format versteht sich nicht als therapeutisches Angebot, sondern als vertrauensvoller Dialograum, der Zugehörigkeit stärkt, Selbstvertrauen fördert und kritisches Denken ermöglicht.

    Ihr vermittelt den Kindern ein cooles Gefühl. Man kann locker sein und ehrlich miteinander reden. Ihr schafft diesen Vibe, dass man über seine Probleme und seine Ängste redet und dass wir uns gegenseitig zuhören. Ihr zeigt uns auch verschiedene Perspektiven, wie Feminismus oder Polizeigewalt. Viele klären uns nicht darüber auf, aber es ist sehr wichtig.

    — Teilnehmer aus dem Jugendzentrum ENBE