Schlagwort: Rassismus

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  • Empowerment und Antidiskriminierungswoche am Genoveva Gymnasium Köln

    Empowerment und Antidiskriminierungswoche am Genoveva Gymnasium Köln

    Im Rahmen einer zweitägigen Empowerment- und Antidiskriminierungswoche am Genoveva Gymnasium haben wir mit einer gesamten Jahrgangsstufe gearbeitet. Dafür wurde die Stufe in vier Gruppen aufgeteilt, sodass alle Schüler*innen im Laufe der beiden Tage an allen vier halbtägigen Workshops teilnehmen konnten. Die thematischen Schwerpunkte lagen auf Klassismus, Rassismus, Sexismus und kritischer Männlichkeit sowie mentaler Gesundheit und Empowerment.

    Ziel war es, unterschiedliche Diskriminierungsformen nicht isoliert zu betrachten, sondern die Schüler*innen für gesellschaftliche Zusammenhänge, Machtverhältnisse und die Auswirkungen von Abwertung im Alltag zu sensibilisieren. Gleichzeitig sollte Raum dafür entstehen, eigene Erfahrungen, Beobachtungen und Fragen einzubringen. Durch den Wechsel zwischen den einzelnen Themenfeldern konnten die Teilnehmenden verschiedene Perspektiven kennenlernen und ein differenzierteres Verständnis davon entwickeln, wie Diskriminierung wirkt und wie ein respektvolleres Miteinander gestärkt werden kann.

    Die Workshops verbanden Wissensvermittlung, Austausch und Reflexion. Dabei war uns wichtig, diskriminierungskritische Themen altersgerecht und lebensweltnah aufzubereiten und zugleich Ressourcen, Selbstwahrnehmung und gegenseitige Unterstützung in den Blick zu nehmen. So entstand eine Projektwoche, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Impulse für mehr Sensibilität, Verantwortung und Empowerment im schulischen Alltag gesetzt hat.

  • Workshop beim Jugendengagement Kongress der BPB in Berlin

    Workshop beim Jugendengagement Kongress der BPB in Berlin

    Der Jugendengagementkongress der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ist ein bundesweites Vernetzungs- und Weiterbildungsformat für junge engagierte Menschen. Im Rahmen des Kongresses 2025 haben wir einen Empowerment-Workshop gestaltet, der an die Erfahrungen der Jugendlichen anknüpfte und diese mit historischem und politischem Wissen verband.

    Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Rassismus entstanden ist, wie er sich historisch entwickelt hat und warum er bis heute nicht nur auf der Ebene einzelner Vorurteile wirkt, sondern als gesellschaftliches Machtverhältnis fortbesteht. Gerade diese Verbindung von persönlicher Erfahrung und strukturellem Verständnis war für viele Teilnehmende ein wichtiger Zugang.
    Dafür arbeiteten wir unter anderem mit Beispielen von Freiheitskämpferinnen sowie mit Zitaten von Unterdrückerinnen. So wurde sichtbar, dass rassistische Denk- und Herrschaftsverhältnisse nicht zufällig entstanden sind, sondern historisch gewachsen sind und politisch legitimiert wurden. Für die Jugendlichen eröffnete das die Möglichkeit, eigene Erfahrungen in größere gesellschaftliche Zusammenhänge einzuordnen und eine klarere Sprache für Erlebtes zu finden.
    Der Workshop setzte damit nicht nur auf Wissensvermittlung, sondern auch auf Stärkung. Wenn Jugendliche verstehen, dass ihre Erfahrungen Teil größerer gesellschaftlicher Muster sind, kann das entlastend und empowernd wirken. So entstand ein Raum, in dem sie ihre Perspektiven ernst nehmen, Zusammenhänge besser verstehen und sich selbst als handlungsfähig erleben konnten.

  • Besuch im Rautenstrauch-Joest-Museum

    Besuch im Rautenstrauch-Joest-Museum

    In unseren Projekttagen beziehen wir bewusst lokale Akteur*innen und Orte mit ein, um Lernen über Diskriminierung greifbarer und erfahrbarer zu machen. Ob im Stadtteil, in außerschulischen Lernorten oder in Museen – wir machen sichtbar, dass auch diese Räume nicht neutral sind. Gerade Museen tragen koloniale Muster und Machtverhältnisse in sich, die bis heute wirken. Diskriminierung mitzudenken heißt für uns deshalb, Orte kritisch zu lesen, Fragen zu stellen und gemeinsam zu reflektieren, wie Geschichte erzählt wird und wessen Perspektiven dabei fehlen oder marginalisiert werden.

    Ein konkretes Praxisbeispiel dafür ist unser Projekttag im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln. Mit Schülerinnen der 7. Klasse der Eichendorff Realschule haben wir das Museum nicht einfach als Ort der Wissensvermittlung besucht, sondern als Raum, den wir gemeinsam kritisch befragen. Dabei ging es unter anderem darum, welche Objekte gezeigt werden, wie sie beschrieben sind, aus welchen historischen Kontexten sie stammen und welche Perspektiven in der Ausstellung im Vordergrund stehen. Gemeinsam haben wir einen Blick auf die Geschichte des Sammelns und Ausstellens geworfen sowie auf die Frage, wie außereuropäische Gesellschaften dargestellt werden. So haben die Schüler*innen gelernt, Museumsräume nicht als neutrale Orte zu betrachten, sondern als Orte, in denen Macht, Geschichte und gesellschaftliche Vorstellungen mitwirken. Durch Gespräche, Beobachtungsaufgaben und gemeinsame Reflexionen sind neue Zugänge zu Fragen von Repräsentation und historischer Verantwortung entstanden.

    Besonders beeindruckend war, wie Deepower e.V. das Thema Kolonialismus niedrigschwellig vermittelt hat. Durch alltagsnahe Beispiele konnten die Jugendlichen einen direkten Bezug herstellen.

    — Mitarbeiterin der Caritas Köln für das Programm Respekt Coaches

  • Boys Club

    Boys Club

    In der AG Boys Club schaffen wir einen geschützten Raum für Jungs, die im Alltag häufig mit Abwertung, Zuschreibungen und hohen Erwartungen konfrontiert sind, sei es aufgrund von Herkunft, sozialer Lage oder rassistischen Erfahrungen. Viele von ihnen erleben, dass für ihre Wut, Unsicherheit oder Verletzlichkeit wenig Platz ist und sie stattdessen funktionieren oder „stark sein“ sollen.

    In der AG können die Jungs über ihre Gedanken, Gefühle und Erfahrungen sprechen. Dabei geht es nicht darum, Verhalten vorschnell zu verurteilen, sondern zu verstehen, welche strukturellen und gesellschaftlichen Bedingungen ihren Alltag prägen.

    Unsere qualifizierten AG-Leiter arbeiten beziehungsorientiert und machtkritisch. Sie unterstützen die Jungs dabei, Diskriminierung zu erkennen, mit Emotionen konstruktiv umzugehen und alternative Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. So fördern wir Selbstwert, Verantwortungsübernahme und einen respektvollen Umgang miteinander, als Grundlage für persönliche Entwicklung und ein friedlicheres Miteinander im Schulalltag.

    Im Boysclub habe ich das erste Mal von den anderen Jungs gehört, wann sie das letzte Mal geweint haben. Das war irgendwie krass und hat gut getan.

    — ehemaliger Schüler der Kurt Tucholsky Schule in Neubrück