Im Rahmen eines Workshops an der Käthe-Kollwitz-Schule in Leverkusen arbeiteten wir mit den Jugendlichen in geschlechtergetrennten Gruppen. Die Schüler*innen standen kurz vor dem Abitur und damit in einer Lebensphase, die oft von Druck, Unsicherheit und Zukunftsfragen geprägt ist. Die Aufteilung sollte einen geschützten Rahmen schaffen, in dem Themen angesprochen werden konnten, für die im gemischten Setting oft weniger Offenheit vorhanden ist.
Mit den Jungen sprachen wir über Zukunft, Gefühle, Frust und den Umgang mit innerem Druck. Gemeinsam reflektierten wir, was passieren kann, wenn belastende Gefühle unterdrückt werden, und welche Wege es gibt, mit Überforderung oder Wut umzugehen, statt sie in Aggression auszuleben. Austausch, mentale Gesundheit und alltagsnahe Strategien wie Musik, Gespräche und bewusste Selbstregulation spielten dabei eine wichtige Rolle.
In der Gruppe der Mädchen ging es um Zukunftsfragen, um die Erfahrung, nicht ernst genommen zu werden, und um belastende Erlebnisse im Kontakt mit Jungen, älteren Brüdern oder Männern. Gemeinsam wurde reflektiert, was es braucht, um sich selbst mehr zu glauben, die eigene Wahrnehmung ernst zu nehmen und klarer für sich einzustehen.
Zum Ende des Workshops wurden die Erfahrungen aus beiden Gruppen wieder zusammengeführt und im Klassenkontext aufgegriffen. So entstand nicht nur Raum für geschützten Austausch, sondern auch für mehr gegenseitiges Verständnis und eine bewusstere Wahrnehmung der Dynamiken innerhalb der Klasse.
Die haben Themen angesprochen, über die sonst oft nicht gesprochen wird. Besonders wichtig war, dass auch unsere Perspektive als Mädchen Raum bekommen hat. Wir konnten ehrlich sagen, wie wir uns in der Klasse fühlen.
— Schülerin der Käthe Kollwitz Schule

